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Jüdisches Waisenhaus Prenzlauer Berg
Jüdisches Waisenhaus Prenzlauer Berg © tic / Friedel Kantaut

Jüdisches Waisenhaus Prenzlauer Berg

Das Gebäude der Baruch-Auerbach´schen Waisen-Erziehungsanstalt für jüdische Knaben und Mädchen wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den 1950er Jahren abgerissen. Heute erinnert ein Denkzeichen an die jüdische Wohlfahrtseinrichtung und an das Schicksal der Kinder und ihrer Erzieher.

Der Lehrer und Fürsorger Baruch Auerbach (1793-1864) hatte 1833 in der Rosenstraße 12 ein durch Spenden finanziertes jüdisches Knabenwaisenhaus gegründet. Es beherbergte zuerst vier Zöglinge. 1843 wurden die ersten beiden Mädchen aufgenommen. Insgesamt fanden in dem Waisenhaus im Verlauf seiner Geschichte über 800 Kinder ein Zuhause. 1853 zog das Waisenhaus in die Oranienburger Straße 38 und 1897 in den neu errichteten Gebäudekomplex in der Schönhauser Allee 162. Architekten des U-förmigen Gebäudes waren Jakob Sedelmeyer und der Baumeister der Berliner Jüdischen Gemeinde Johann Hoeniger (1850-1913), der auch die Gebäude auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee und die Synagoge in der Rykestraße entworfen hatte. Das Kinderheim bestand aus einem Knaben- und einem Mädchenhaus sowie einer Turnhalle. Vor dem Haupteingang stand ein Kaiser-Friedrich-Denkmal. 1942 schlossen die Nazis das Heim zwangsweise. 89 Kinder und Erzieher wurden nach Riga deportiert und ermordet.

© Ulrich Werner Grimm