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Krankenhausstadt Buch
Krankenhausstadt Buch © tic / Friedel Kantaut

Krankenhausstadt Buch

In den 108 denkmalgeschützten Gebäuden gibt es neben Wohn- und Gewerbeeinheiten, moderne Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen für Medizin, Pharmakologie, Biotechnologie und Gentechnik sowie die Akademie der Gesundheit Berlin-Brandenburg.

Die damals größte Krankenhausstadt Europas entstand 1901 bis 1916 unter der Leitung des Begründers des Berliner Kommunalbaus, Stadtbaurat Ludwig Hoffmann (1852-1932). Die Krankenhausstadt umfasste fünf städtische Wohlfahrtseinrichtungen: ein „Alte-Leute-Heim“, zwei Tuberkulose-Heilstätten und zwei, wie es damals hieß, Irrenanstalten, von denen eine zuerst als Lazarett, dann als Kinderheilanstalt genutzt wurde. In der III. Städtischen Irrenanstalt Berlins mit seinen 45 Gebäuden, dem späteren Hufeland-Klinikum, arbeitete zwischen 1906 und 1908 der Autor Alfred Döblin (1878-1957) als Assistenzarzt. In dieser Anstalt lässt Döblin in „Berlin Alexanderplatz“ (1929), dem ersten Großstadtroman der deutschen Literatur, seinen Romanhelden Franz Biberkopf in dem auf freiem Gelände stehenden „festen Haus“ für „irre Verbrecher“ am Lindenberger Weg einen Ort der Ruhe, der Ordnung und der ärztlichen Zuwendung finden. Zwischen 1939 und 1944 waren Wissenschaftler des in Buch angesiedelten Kaiser-Wilhelm-Institutes für Hirnforschung an Euthanasie-Verbrechen des Nazi-Regimes beteiligt. In Erinnerung an die Opfer wurde 2000 ein von der Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach gestaltetes Mahnmal errichtet. Hoffmanns Gebäude der Krankenhausstadt wurden stets für medizinische Zwecke genutzt. Zu Zeiten der DDR gab es das Klinikum Buch. In den letzten Jahren ist ein Teil der Häuser aufwendig saniert worden. Heute ist das Gelände ein lebendiges Denkmal. Heute ist das Gelände ein lebendiges Denkmal. Die Gesundheitsregion Berlin-Buch gehört zu den größten Biotechnologie-Standorten Deutschlands.

© Ulrich Werner Grimm

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