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Schloss Schönhausen
Schloss Schönhausen © tic / Nana Loeber

Schloss Schönhausen

Das Schloss Schönhausen mit dem Schlosspark ist das bedeutendste Denkmalensemble des Stadtbezirks Pankow von Berlin.Es beherbergt eine Museumsausstellung zu der abwechslungsreichen Schlossgeschichte.

Um 1220 gegründet, wurde „Nydderen Schonhusen“ 1375 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nach oft wechselnden adligen Besitzern von Rittergut und Dorf war Buch seit 1684 im Besitz der Familie Grumbkow. Sie verkaufte das Gut Niederschönhausen 1691 an Kurfürst Friedrich III. (1657-1713, ab 1701 König in Preußen Friedrich I.). Ein bereits seit 1664 vorhandenes „Kleines Palais“ wurde ab 1691 vom Oberbaudirektor Johann Arnold Nering (1659-1695) und ab 1704 durch den Hofarchitekten Eosander von Göthe (1669-1728) zu einem repräsentativen Sommersitz umgebaut. Das dreiflügelige Schloss mit seiner erweiterten Gartenanlage war bis zum Tod König Friedrich I. ein Zentrum höfischen Lebens. Während der Regentschaft des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) blieb Schloss Schönhausen ab 1713 ungenutzt und verwahrloste. 1740 schenkte König Friedrich II. (1712-1786) Schloss und Garten seiner Gemahlin Elisabeth Christine (1715-1797). Nach dem Willen des Königs von ihm getrennt lebend, wohnte hier die Königin in den Sommermonaten bis zu ihrem Tod. Nach den Verwüstungen des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) veranlasste Elisabeth Christine den erneuten Ausbau des Schlosses. Der aus Amsterdam stammende Baumeister Johann Boumann d.Ä. (1706-1776) gab dem Schloss 1763/64 seine heutige Gestalt. Westlich des Schlossgeländes legte Elisabeth Christine um 1750 die „Königin Plantage“ an, eine Anpflanzung von Maulbeer- und Obstbäumen. 1763 siedelte die Königin an der Plantage zwölf Kolonistenfamilien vor allem aus Böhmen an, die in den Gärten der Königin arbeiten sollten. 1791 erhielt die Kolonie den Namen Schönholz. Ab 1920 wurde der Volkspark Schönholzer Heide angelegt. Auf seinem Gebiet befindet sich das Sowjetische Ehrenmal für 13 200 Soldaten und Offiziere, die im März/April 1945 bei der Befreiung Berlins vom Nazi-Regime gefallen waren. 1828 bis 1831 gestaltete der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné (1789-1866) den Rokokogarten der Königin zu einem weitläufigen Landschaftspark im englischen Stil um. Ab 1840 waren Schloss und Park Witwensitz der Fürstin Liegnitz, geborene Auguste Gräfin von Harrach (1800-1873). Sie war seit 1824 in morganatischer Ehe „zur linken Hand“ die Gemahlin von König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840). An der Nordseite entstand um 1855 das Hofgärtnerhaus im italienischen Landhausstil. 1920 ging das Schloss in den Besitz des preußischen Staates über. Es wurde als Ausstellungsbau für den „Künstlerbund Norden“ zwischengenutzt und 1935/36 unter der Leitung von Oberbaurat Erich Schonert für Ausstellungen der NS-„Reichskammer der bildenden Künste“ umfassend saniert. 1938 lagerte hier ein großer Teil der Werke aus der NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“, die auf dem Weltmarkt verkauft werden sollten. Den Zweiten Weltkrieg hatte Schloss Schönhausen fast unbeschädigt überstanden. 1946 diente es vorübergehend als Internat der sowjetischen Militäradministration (SMAD). Ab 1949 wurde es zum Amtssitz des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck (1876-1960), umgebaut, der hier ab 1949 residierte. Es entstanden eine Umfassungsmauer, Wachhäuser an den Zufahrten, die Präsidialkanzlei und Garagen. 1960 wird das Schloss Sitz des DDR-Staatsrates, eine Art kollektives Staatsoberhaupt, und nach umfassenden Umbauarbeiten 1965 erstes Gästehaus der DDR-Regierung. Von Dezember 1989 bis März 1990 tagte im Konferenzgebäude („Haus Berlin“, Gedenktafel) der Zentrale Runde Tisch der DDR. Im Juni 1990 fand hier die zweite Runde der „Zwei-plus-Vier-Verhandlungen“ der Außenminister zur Herstellung der Deutschen Einheit statt. Der Schlosspark ist seit 1991 wieder für die Bevölkerung geöffnet. Schloss und Garten Schönhausen befinden sich seit dem 01.08.2005 im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Nachdem das Schloss aufwendig saniert wurde, kann es seit 2009 im Rahmen der Dauerausstellung „Zeitschichten – Von der königlichen Sommerresidenz zum Zentrum sozialistischer Repräsentation“ besichtigt werden.

© Ulrich Werner Grimm, Aktualisierung: Stefanie Gronau

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