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Judengang
Judengang © tic / Frank Wonsack

Judengang

Die historische Besonderheit befindet sich zwischen der Mauer an der Rückseite des Jüdischen Friedhofs und den Hinterhöfen der Wohnhäuser in der Kollwitzstraße. Der Weg ist sieben Meter breit und vierhundert Meter lang.

 Der Friedhof ist der heute älteste sichtbar erhaltene jüdische Begräbnisort in Berlin. Bei dessen Anlage 1827 war der „Judengang“ ein einfacher Feldweg. Mit der Bebauung der Gegend zwischen Metzer Straße (am Senefelderplatz) und Kollwitzplatz blieb der Weg erhalten. Seine ursprüngliche Funktion ist historisch nicht eindeutig verbürgt. Unter anderem wird berichtet, dass es den Juden verboten gewesen sei, den Haupteingang des Friedhofs an der Schönhauser Allee zu benutzen. Der König wollte auf seinem Weg zum Sommerschloss in Niederschönhausen nicht durch den Anblick von Leichenzügen gestört werden. So mussten die Berliner Juden bei Beerdigungen den „Judengang“ und den Hintereingang zum Friedhof nutzen. Während einer Instandsetzung des Jüdischen Friedhofs im Jahre 2003 wurde der Weg mit seinem Tor am Kollwitzplatz wieder sichtbar gemacht. Er ist heute ein Gartendenkmal.

© Ulrich Werner Grimm