Bornholmer Gärten
Die Bornholmer Gärten liegen zwischen den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Pankow nahe der ehemaligen Berliner Mauer. Sie bestehen aus den Kleingärtenanlagen Bornholm I und II sowie den "Schleifengärten an der Straßenbahnschleife Björnsonstraße.in Prenzlauer Berg
Bornolm I hat 2025 den alle vier Jahre ausgetragenen Landeswettbewerb „Natur pur“ unter allen 870 Berliner Kleingartenanlagen gewonne. „Es ist eine Anerkennung für unseren Weg, die Gärten für den Kiez und die Stadt zu öffnen, und ein Ansporn, für den Erhalt des Berliner Stadtgrüns zu kämpfen“, sagt der Vorsitzende Robert Ide, der in Rosenthal als Kind im Kleingarten der Eltern auf den Geschmack gekommen ist. Die Gaststätten „Bornholm’s“ und „Tante Klara“ in Bornholm II wurden wiederbelebt – als Begegnungsstätten, offen für alle. Oder, wie es der Journalist Ide formuliert: „Hier trifft sich das alte Ostberlin mit den Zugezogenen.“ Die Gartenanlage ist ohnehin für den Kiez geöffnet, ebenso die Biergärten. Seit 1920 gibt es hier eine Gaststätte, heute "Bornholm's Gartenlokal", einst unter dem Namen „Hungriger Wolf“. Heute wird der Betrieb von Andrea und Athina Dürre geführt. Mutter und Tochter bieten ihren Gästen alles, was man im Kleingarten gern isst : Vom Schnitzel über Hirschgulasch zur Weihnachtszeit – wenn in der Gartenanlage der beliebte Weihnachtsmarkt stattfindet – bis hin zu vegetarischen Gerichten wie etwa einem Jackfruit-Burger. Die Speisekarte ist abwechslungsreich – sowohl im täglichen Angebot als auch bei der Bewirtung zahlreicher Feiern und Veranstaltungen. Die in der Wendeschleife der Tram gelegenen Gärten sind als „Schleifengärten“ nun eine Gemeinschaftsfläche zum Gärtnern für alle.
In der Kleingartenanlage Bornholm I gibts viel Kultur im Grünen: Dazu gehören ihre Beteiligung am Festival „Fête de la Musique“, am „Art Walk“ sowie an der Lesereihe „Bornholm liest“, dazu das jährliche Erntedankfest mit politischem Frühschoppen und Kiezfest sowie die alljährliche Mauerfall-Feier prägen das lebendige Veranstaltungsprogramm. Die Anlage befindet sich an einem historisch bedeutsamen Ort: Dort, wo einst die Berliner Mauer verlief, versuchten Menschen aus der DDR zu fliehen – teils erfolgreich, vier von ihnen verloren dabei ihr Leben. Zudem diente die Anlage als Drehort für zwei Staffeln der Doku-Soap „Von Hecke zu Hecke“ auf RTL II. Ein Wegeleitsystem vermittelt Einblicke in die Stadtnatur, die Geschichte der Berliner Mauer, den Klimanutzen von Kleingärten sowie in die Entwicklung der Anlage selbst. Der Podcast „Stadt Grün“ wird von der hier gärtnernden Gartenfreundin Margret Ros Hardardottir produziert.